Andechs und die Eiszeiten

Inmitten der Moränen

Auf einer Tour nach Andechs lassen sich nicht nur an den Anstiegen rund um den Starnberger See oder des Andechser Höhenrückens Grundlagenausdauer trainieren, sondern auch die morphologischen Zeugen ehemaliger Eisbedeckung begutachten. Seit ca. zwei Millionen Jahren ist das Voralpenland durch den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten geprägt. Bis kurz vor München finden sich glaziale Ablagerungen und auch weit darüber hinaus sind die Sedimente der Gletscherschmelzwässer, z.B. in der Münchner Schotterebene, anzutreffen. Endmoränen, Zungenbecken, Toteislöcher – die letzte von vier großen Eiszeiten, das Würmglazial, endete vor etwa 12.000 Jahren und ist als prägendes Landschaftselement erhalten. Den Höhenmeter-hungrigen Radsportler freut das, denn bis die ersten richtigen Berge der Faltenmolasse oder des Kalkalpins kommen, sind die Gedanken angesichts der Entfernung bereits oft in der Umkehr begriffen.

Auf einem Zeugen der Gletscher ist das Kloster Andechs erbaut. Wer sich ob der unerhörten Steigung fluchend hinauf zur Gaststätte quält, ist sich nur selten bewusst, dass er sich an der steilen Anströmungsstelle eines Drumlins, einem asymmetrisch gekrümmten Geländerücken, befindet. Oben angekommen kann man sich bei erhabenem Rundblick eine Erfrischung gönnen, bis auf dem Weg zurück über Machtlfing und Traubing eine lange Abfahrt von der Würmmoräne hinab nach Tutzing lockt.

Andechs und die Eiszeiten

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