Fahrrad Blog München

Indische Mobilität – Eindrücke einer Reise

Fahrrad Blog München

Das Vorankommen in den Städten Indiens, wie hier in Neu-Delhi, unterscheidet sich kaum zu europäischen Metropolen. Nun gut, es ist etwas voller. Etwas hektischer. Etwas freier. Das Velo hat aber auch hier seinen festen Platz und dient in den verschiedensten Ausführungen als universelles Verkehrsmittel. Ob die Zuckerrüben zur nächsten Presse müssen, die Kinder zum Opa, oder die Hausfrau zum Markt. Und manchmal lässt es sich der Rikscha-Wallah nicht nehmen, die Reisenden selbst einmal ans Steuer zu lassen. Da geht auch dem Trainierten schnell die Puste aus (siehe Bild).

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung werden Autos für viele Inder nun erschwinglich. Ein Statussymbol vor der Haustüre lockt auch in Asien die Massen. Mehr Autos bevölkern die Straßen, die Mittel- und Oberschicht erlangt eine neue, individuelle Mobilität. Die „alte“ Mobilität – Karren, Rikschas, Fahrräder – bleibt für die Ärmeren. Dem Fahrrad haftet kein urbaner Hype, kein Lifestyle-Image wie hierzulande an. Man fährt Singlespeed weil es praktisch und günstig ist, nicht weil die George Gina und Deine Mudder Stofftasche so gut dazu passt. Die Bikes sind reine Nutzobjekte, ein gemuffter Stahlrahmen ist günstig in der Anschaffung, leicht zu reparieren und robust. Nur die Indian Railway Company scheint das Land der Gegensätze zu einen. Mit keinem anderem Verkehrsmittel lässt es sich komfortabler, günstiger und zuverlässiger reisen als mit Indiens Eisenbahn. Klimatisiert in der 1st Class, oder unter sengender Sonne auf dem Dach.

Fahrrad Blog München

In einem Land ohne Radwege, ohne Fahrradampeln und ohne Fahrradkampagnen fühlt sich der europäische Radfahrer nicht sofort geborgen. Doch die Slalomfahrt zwischen heiliger Kuh und rauchendem Taxi gehört nicht zum alltäglichen Verkehrsgeschehen in München. So liegt im Durcheinander die Faszination Indiens, die Verschiedenheit ist es, die belebt. Es ist bunt, extrem laut, unglaublich nah. Und fehlt auf dem indischen Subkontinent auf den ersten Blick etwas von goldener Mitte, so tut es einmal gut, sich in die Extreme fallen zu lassen: einfach Smog und Lärm ausblenden, sich von reich geschmückten Tata-LKWs mit hinduistischen Verziehrungen oder der Armada von Tuktuks mit ihrer charakteristisch gelb-grünen Farbgebung betören lassen. Indien scheint eine Aufforderung zu sein – mehr zu leben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s