Tour weiß-blau

Vor welcher Kulisse der Ski-Club Au e.V. seine Wendelsteinrundfahrt jährlich stattfinden lässt, gehört zum Besten, was die Voralpenregion landschaftlich zu bieten hat. Zum ersten Mal war ich bei dieser Rundfahrt dabei und bin von Streckenführung, Organisation und Verpflegung durchweg angetan. Zum 24. Mal trug der Verein aus Au bei Bad Aibling mit einer Schar an Freiwilligen die Veranstaltung aus. Bei bestem Wetter ging es morgens um 8:00 los, wobei man den Startzeitpunkt selbst bestimmen kann. Denn es findet keine Zeitnahme statt, die Rundfahrt ist somit kein Rennen, was man auf der Strecke an der entspannten Atmosphäre unter den Teilnehmern merkt. Dass dennoch genug Situationen entstehen, bei denen der Wettkampf-Ehrgeiz befriedigt werden könnte, wird spätestens beim Blick auf das Höhenprofil klar: Ab der 115 km Streckenvariante stellen sich Samerberg und Tatzelwurm den Radfahrern entgegen.

Sehr angenehm habe ich empfunden, dass man sich nach der zweiten Verpflegungsstelle zwischen der 115 und 165 km Variante entscheiden kann – ganz nach Tagesform. Meine Wahl fiel auf die längere Route, die sich noch weiter nach Westen bis ins Mangfalltal erstreckt und zwar keine großen Erhebungen mehr bereit hält, aber mit vielen „Wellen“ die Spannung bis zum Irschenberg aufrecht erhält.

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Oben: Blick vom Irschenberg Richtung Süden auf den Wendelstein. Unten links: Stimmungsvolle Anreise im Morgennebel, ausreichend Parkplätze vorhanden. Unten rechts: Im Tal Richtung Österreich.

Das Angebot an den Verpflegungsstellen, die in Abständen von 50 km zur Stärkung und zum Austausch von Fahrradweißheiten genutzt werden, wartet mit jeweils einem warmen und verschiedenen kalten Snacks auf. Auch die Helfer scheinen ihren Spaß zu haben, anders kann ich mir deren Freundlichkeit und Engagement nicht erklären. Danke dafür! Im Ziel kann sich dann jeder ein Gechenk seiner Wahl abholen, gerne genommen wird der obligatorische Wendelsteinfels auf Holzsockel mit DIY-Prägung vor Ort (siehe Bild). Sogar ein Handtuch oder eine evoc-Satteltasche standen zur Wahl.

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Links: Selbstgebastelte Gravurvorrichtung für die Wendelsteinfelsen. Rechts oben: Parkplatzprobleme an den Verpflegungsstellen. Rechts unten: alles was der Radlermagen braucht.

Laut Veranstalter sind Radwege, sofern vorhanden, auch während der Rundfahrt zu benutzen. Jedoch werden diese dem Aufkommen an Teilnehmern oftmals nicht gerecht. Es empfiehlt sich je nach Situation zwar unerlaubterweise, aber sicher auf die Fahrbahn auszuweichen, um gefährliche Engstellen und Seitenwechsel zu meiden. Die Routenführung konzentriert sich aber ganz bewusst auf kleinere Nebenstraßen, auf denen der Fahrspaß und die grandiose Landschaft voll zur Geltung kommen können. Und wenn sich dann am Schluss die Kapelle noch die Ehre gibt und mit einem kühlen Bier auf den Erfolg angestoßen wird, war es ein perfekter Tag im Sattel unter bayerischem Himmel – eine Tour weiß-blau.

Herzlichen Dank auch an das Team der Firma BaderMainzl für das Sponsoring und die gemeinsamen Kilometer auf der Runde.

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3 Gedanken zu “Tour weiß-blau

  1. Bin 2012 zuletzt mitgefahren und dabei Zeuge eines „deftigen“ Radweg-Unfalls zwischen Aschau und Sachrang geworden. War selbst im Pulk „Wendelstein-Radler“ (ca. 30 – 40 Leute) als uns auf dem Radweg ein Einzel-Radler aus Richtung Sachrang entgegen kam. Der Pulk hat zwar versucht, in Einer-Reihe hintereinander zu fahren, aber wie´s halt so geht. Der Weg ist schmal, der Pulk „schwänzelt“, nicht alle schaffen es in der Reihe zu bleiben und bumms war´s passiert. Es ging so schnell und passierte etwa drei, vier Radler vor mir. Ich kann gar nicht mit Sicherheit sagen, ob es eine Kollision gab. Eventuell auch nur eine leichte Berührung zwischen zwei Radlern, dafür aber mit fatalen Folgen. Der bedauernswerte Solist kam zu Sturz. Den hat´s leider übler erwischt und er musste per Notarzt abgefahren werden. Der mutmaßlich unfall-auslösende Wendelstein-Radler ist weiter gefahren. Ich weiß nicht, ob er´s überhaupt mitbekommen hat. Mein Vordermann und ich mussten in die Wiese fahren und konnten zum Glück Stürze vermeiden. Für uns ging´s danach wieder weiter.
    Wenn der Veranstalter unbedingt will, dass man auf dem Radweg fährt, sollte er den Gegenverkehr zumindest für ein paar Stunden sperren lassen. Ich denke, ich werde das nächste Mal auch wieder auf der Straße fahren, da passiert das zumindest nicht.

  2. Die Tour ist zweifelsohne schön! Ich bin schon oft mitgefahren.
    Was die Radwege angeht: im Landkreis Rosenheim ist lediglich das Stück zwischen Frasdorf und Aschau noch benutzungspflichtig, der Rest ist mittlerweile mit „Gehweg – Radfahrer frei“ beschildert. Dort gilt für Radfahrer übrigens Schrittgeschwindigkeit. Warum dann außer mir zwischen Aschau und Sachrang niemand auf der Fahrbahn gefahren ist, erschließt sich mir nicht. Ich hatte im Frühjahr versucht, vor dem Verwaltungsgericht München auch noch die Benutzungspflicht am o.g. Abschnitt aufheben zu lassen, hat aber leider nicht funktioniert.
    Für die Radwege im Landkreis Miesbach habe ich schon länger entprechende Anträge auf Aufhebung des Benutzungszwangs der Radwege gestellt, die sind aber noch nicht bearbeitet.
    Das pauschale Verbot der Pulkbildung in der Ausschreibung der Tour ist übrigens rechtswidrig (Urteil des VG Augsburg vom April 2013, Aktenzeichen Au 3 E 12.848). Hat aber offenbar das Landratsamt Rosenheim als Genehmigungsbehörde offenbar nicht interessiert.

    • Ein paar Spezln und ich sind letztes Jahr im Priental nicht auf dem Radweg gefahren. Das hat nicht lange gedauert, bis uns ein motorisierter Helfer vom Veranstalter ziemlich aggressiv wieder auf den Radweg gescheucht hat. Will heißen, es wär richtig zum streiten gewesen, worauf wir keinen Bock hatten…
      Die Polizisten, die heuer in einer Einfahrt standen, haben, glaube ich erkannt zu haben, auch nur die Nummern von Fahrbahn-Radfahrern aufgeschrieben, bei nicht benutzungspflichtigem Radweg wohlgemerkt.

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